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Spruch des Monats

 

Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.
(Edward Frederick Lindley Wood, 1. Earl of Halifax)


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Weitere Sprüche ...

75 Jahre Stadtschule 1923 - 1998

Nach jahrelangen, bereits 1914 begonnenen Überlegungen, fand die Einweihung der Stadtschule am Samstag, den 14. September 1923 statt. Neben geladenen Gästen nahmen auch Vertreter der Schulbehörde, der Kirchen, des Gemeinderates, die Förderer, der Architekt, die beteiligten Handwerker und der "geistige Urheber" des Neubaues, der damalige Hauptlehrer und spätere erste Rektor der Stadtschule Herr August Storch an diesem Festakt teil. Die Feier fand in einem würdevollen Rahmen, begleitet von zahlreichen Darbietungen, auch der Schülerschaft, statt..
 
Es steht außer Frage, dass die Bürgerschaft der Stadt Butzbach sich in schwieriger Nachkriegszeit und trotz sich abzeichnender Weltwirtschaftskrise in beispielhafter Art und Weise für die Zukunft ihrer Kinder einsetzte. War nach langwieriger Planungs- und Diskussionsphase der Bau noch mit 6 Millionen veranschlagt worden, so kostete er dann spektakuläre 300 Millionen..
 
Es gab für die Stadtschule, die bis dahin in einem Gebäude in der Langgasse, wo sich heute das Parkdeck befindet, und in einem Gebäude am Lahntor, welches heute im Privatbesitz der Familie Jakobs ist, untergebracht war, nicht nur äußerlich einen großen Sprung nach vorn, sondern auch inhaltlich. Man war sogar noch weiter voran, als es die von der Weimarer Republik und dem Volksstaat Hessen neu erlassenen Gesetze vorsahen..
 
August Storch war in Personalunion auch der Leiter der sogenannten Fortbildungsschule, also der heutigen Berufsschule, und vertrat eine moderne Reformpädagogik, die nicht nur Leistung intellektueller, sondern auch handwerklicher Art fördern wollte..
 
 So konzipierte man die Schule gleichzeitig als Grundschule für alle Kinder, als Volksschule für alle, die nicht das Gymnasium ab der Klasse 5 besuchen konnten oder wollten. In ihr wurden daher nicht nur die traditionellen Unterrichtsinhalte wie Lesen, Schreiben, Rechnen vermittelt, sondern es sollten auch z.B. Koch- und Hygieneunterricht für Mädchen und die Grundkenntnisse bezüglich der Metall-, Holz- und Lederverarbeitung gelehrt werden..
 
Mit der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten und der Schaffung eines Reichserziehungsministeriums in Berlin endete dann aber jegliches Experimentieren im Schulbereich. Bedingungslose Unterordnung unter die verlogenen Werte von Volk und Rasse, vor allem aber unter den Führer, trat an ihre Stelle. Parteiorganisationen wie Bund Deutscher Mädchen und Hitlerjugend und nach der Schule die Wehrmacht waren fortan Kräfte, die neben bzw. über die Schule traten..
 
Auch in der Stadtschule gab es, wenn auch wie Zeitzeugen noch berichten können, einige wenige Lehrkräfte, die aktiv oder als Mitläufer das "Tausendjährige Reich" durchsetzen wollten. Im Schulalltag der Stadtschule setzte anfänglich nur punktuell beim Fahnenappell, bei Feiern zum Führergeburtstag oder ähnlichen Gelegenheiten eine Änderung ein..
 
Massiv beeinflusst in unheilvoller Weise wurde das Schulleben durch den folgenden Krieg. Er brachte den Schülern und Lehrern Einsätze zum Sammeln von Knochen, Lumpen, Metallen, Bucheckern und Heilkräutern. Er brachte des weiteren Schulung an Flugabwehrkanonen, Arbeiten im sozialen Jahr in den kriegswichtigen Butzbacher Betrieben für die Knaben und Mithilfe in Handwerksbetrieben oder Privathaushalten für die Mädchen. Er brachte aber auch den Bau von Splittergräben auf dem Schulhof, die Verdunkelung zur Abwehr von Fliegerbomben und schließlich vier tote Kinder beim Bombenabwurf in der Weiseler Straße..
 
Im Endstadium des Krieges, als noch immer Kreislehrerdienstversammlungen in Uniform befohlen wurden und im benachbarten Weidiggymnasium ein Lazarett für die Wehrmacht eingerichtet war, da brachte er Flüchtlingsströme aus dem Osten, Kindern wie Erwachsenen Hunger und Wohnungsnot, da nahm er die Väter in Kriegsgefangenschaft und führte dann endlich zur Kapitulation von 1945..
 
Die Not der Stadtschule hatte aber über den Krieg hinaus Bestand, auch wenn schnell die ersten entnazifizierten Lehrer im Dreischichtbetrieb den Unterricht wieder aufnahmen, auch wenn die amerikanische Besatzungsmacht auf dem Schulhof der Stadtschule die sogenannte Schulspeisung ausgab, weil alle Kinder unterdurchschnittliches Gewicht hatten..
 
Die Not wurde noch größer, weil das Gebäude in der Langgasse als Wohnung gebraucht wurde und in der Lahntorschule sudetendeutsche Vertriebene untergebracht werden mussten..
 
1949 leistete die Lehrerschaft den neuen Diensteid auf die Verfassung der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland, und im gleichen Jahr wurden auch schon neue pädagogische Ideen umgesetzt..
 
An der Stadtschule entstand eine Hilfsklasse, die Freiwillig von Schülern mit Lerndefiziten besucht werden konnte. Schon 1951 begründete man dann den Mittelschulzug, der zu einem mittleren Bildungsabschluss für all diejenigen wurde, die den Weg zum Gymnasium nach der 4. Klasse nicht einschlagen konnten oder wollten..
 
1952 leistete sich die Stadt Butzbach erneut einen finanziellen Kraftakt und baute an das Gebäude von 1923 zwei seitliche Flügel, einen kleineren im Süden, einen größeren im Norden, an..
 
 Das Bewusstsein für den Wert einer soliden Ausbildung war angewachsen nach den Erfahrungen des Krieges, und so setzte ein Ansturm auf alle Schulen ein, der zu einer wahren Flut von Neuerungen in den kommenden Jahren führte..
 
Zunächst übernahm der Kreis die Schulträgerschaft. Dann wurden Zwergschulen aufgelöst, Mittelpunktschulen neu errichtet und Lehrer neu eingestellt..
 
In Butzbach entstand die Schrenzerschule, zunächst als Unterabteilung der Stadtschule, dann ab 1966 als eigenständige Schule..
 
Nur wenige Jahre später wurde am Schrenzerhang das Weidiggymnasium neu errichtet, so dass die unter Raumnot leidende Stadtschule deren Anbau im Ostteil des gemeinsamen Schulhofes übernehmen konnte. Nachdem man jahrelang Räume in der Turnhalle und sogar in der ehemaligen Jugendherberge mit Klassen von über 40 Kindern benutzen musste, war jetzt Entspannung erreicht..
 
Heute bietet die Stadtschule eine moderne betreute Grundschule mit Vorklasse, eine sinnvoll differenzierte Förderstufe mit Querverbindungen zum Weidiggymnasium und eine Haupt- und Realschule mit bester Zusammenarbeit mit der hiesigen Berufsschule an ..
 
Insgesamt 53 Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher unterrichten im Schuljahr 1998/99 650 Kinder mit viel Engagement und Einsatz und werden dabei von einer tatkräftigen Elternschaft unterstützt..
 
Der Sinnspruch, den 1923 der Schulleiter des benachbarten Gymnasiums dem Rektor August Storch, wird weiter Maxime in diesem Hause bleiben:.
 
"Im Notwendigen Einheit, im Nichtnotwendigen Freiheit, in allem Liebe zum Kind".


Die Geschichte von 1998 - heute erscheint demnächst.